Aktualisiert am: 13. Februar 2018 * Lesezeit: ~ 8 Min.

01 – Gut und Böse – eine Sicht aus dem Buch Hiob

In Zeiten von Chaos und Unruhen fragen viele, wo ist Gott. Warum lässt er das zu, wenn er die Menschen so liebt? Eine Antwort darauf sagt uns Gottes Wort die Bibel. Zuvor aber ein paar Gedanken auf den ersten Texten aus dem Buch Hiob. Hier wird uns auch viel über den großen Kampf zwischen gut und böse gezeigt.

Eingangstext

Hiob 6-12 Es geschah aber eines Tages, dass die Söhne Gottes vor den Herrn traten, und unter ihnen kam auch der Satan. Da sprach der Herr zum Satan: Wo kommst du her? Und der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln darauf! Da sprach der Herr zum Satan: Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? Denn seinesgleichen gibt es nicht auf Erden, einen so untadeligen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet! Der Satan aber antwortete dem Herrn und sprach: Ist Hiob umsonst gottesfürchtig? Hast du nicht ihn und sein Haus und alles, was er hat, ringsum eingehegt? Das Werk seiner Hände hast du gesegnet, und seine Herden breiten sich im Land aus. Aber strecke doch einmal deine Hand aus und taste alles an, was er hat; lass sehen, ob er dir dann nicht ins Angesicht absagen wird! Da sprach der Herr zum Satan: Siehe, alles, was er hat, soll in deiner Hand sein; nur nach ihm selbst strecke deine Hand nicht aus! Und der Satan ging vom Angesicht des Herrn hinweg.

Dieser Text hilft uns, Satans Wesen zu verstehen. Denn man sollte sich durchaus auch mit ihm befassen, auch wenn unsere Blicke immer auf Jesus gerichtet sein sollten. Aber schnell wird übersehen, wie Satan wirklich ist.

Was kann man aus dem Text entnehmen?

Gut und Böse - eine Sicht aus dem Buch HiobFangen wir ganz von vorne an. In den Versen 1-11 des Buches Hiob, wird Hiob als ein untadeliger, rechtschaffener Mann beschrieben. Außerdem wird beschrieben, dass er sehr reich war. Er hat 7 Söhne, 3 Töchter, 7000 Schafe, 3000 Kamele, 500 Joch Rinder, 500 Eselinnen und er besaß eine große Dienerschaft. Er fürchtete Gott und mied das Böse. Hiob war nicht perfekt, aber er ging mit Gott und tat alles, um mit ihm im reinen zu bleiben.

Hiob 6-12

Die gefallenen Engel wie auch Satan selbst, der ebenfalls ein gefallener Engel ist, hatten bis zu Jesus Kreuzigung Zutritt zum Himmel. Die Verse sagen, dass „Gottes Söhne“, darunter Satan vor dem Herrn traten. Das waren also alles gefallene Engel. Satan streifte über die Erde, er hat nichts Gutes im Sinn. Satan heißt übersetzt „der Widersacher“, „der Verkläger (vor Gericht)“. Er will Chaos, Leid und Schmerz anrichten. Das auf der ganzen Erde, allen Menschen. Doch Christen will er vorrangig schaden und vom guten Weg wegführen. Die folgenden Verse zeigen das ganz genau.

Es könnte die Frage aufkommen, wieso Gott Hiob auf dem Präsentierteller serviert. „Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? Denn seinesgleichen gibt es nicht auf Erden, einen so untadeligen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet!“ Gott lobt Hiob, spielt ihn aber zugleich Satan in die Hände. Denn Satan, wie er ist, kann das nicht so stehen lassen. Er ist sich sicher, Hiob wird von Gott abfallen, wenn er sich nur gut genug ins Zeug legt. Aber Gott ist allmächtig. Natürlich weiß er schon vorher was Satan vor hat und das Hiob bestehen wird.

Nicht Gott versucht uns oder will uns schaden, Satan ist es. Der Spruch: „kleine Sünden bestraft Gott sofort“ ist völlig haltlos und schlicht Quatsch. Satan hat seit Beginn Schaden angerichtet. Nun stellen sich viele die Fragen, wenn Satan ein geschaffenes Wesen ist, muss doch Gott dahinter stehen. Nein, denn Gott hat alle Wesen, auch die Engel, mit eigenen Entscheidungswillen geschaffen. Jeder kann sich für „Gut“ und „Böse“ entscheiden. Denn Gott möchte freiwillige Nachfolger, die freiwillig aus Liebe seinen Willen tun. Gott hat den Menschen „sehr gut“ geschaffen. Es liegt aber an jeden selbst, wie er sich entscheidet. Satan hat sich gegen Gott aufgelehnt und wollte seinen Platz einnehmen. Seit dem Sündenfall im Paradies verführt er Menschen ganz raffiniert. So war auch Gottes Erlösungsplan notwendig, indem er seinen eigenen Sohn sandte und er unsere Sünden am Kreuz auf sich genommen hat. Das heißt nicht, dass Nachfolger Jesu von Sünden frei, also perfekt sind. Aber wer Jesus nachfolgt, verändert nach und nach sein Wesen (die Wiedergeburt) und wird Jesus ähnlicher. So kann man auch Krisen wie Hiob überwinden. Satans endgültiges Ende wird nach den 1000 Jahren kommen, wenn er mit Feuer vernichtet wird. Doch bis zur Wiederkunft Jesus wird er noch viel Leid anrichten.

Mit diesen Ausführungen möchte ich nur deutlich machen, dass es nicht Gott ist. Er lässt es oft zu, dass Menschen durch Täler müssen. Es ist auf eigene Entscheidungen zurückzuführen oder Entscheidungen anderer (Menschen). Ja, Gott lässt es zu, führt den Gottesfürchtigen da aber auch wieder heraus. Auch das wird in Hiob sehr deutlich macht. Denn die Begebenheit geht zusammengefasst so weiter:

Satan hat freie Hand gegenüber Hiob. Nur an seinem Leben darf er nicht Hand anlegen. Zuerst kam ein Bote, der berichtete über den Verlust aller Rinder und Eselinnen. Fast zeitgleich kam ein zweiter Bote, der berichtete vom Verlust der Schafe und Knechte, die von Feuer vom Himmel verzerrt wurden. Wieder zeitgleich ein dritter Bote, der vom Verlust der Kamele und Knechte berichtete. Als ob das noch nicht genug sei, kam abermals zeitgleich ein vierter Bote und berichtete, dass seine Söhne und Töchter im Haus des Bruders umkamen. Wie reagierte Hiob auf dieser schrecklichen Meldung? „Da stand Hiob auf und zerriss sein Gewand und schor sein Haupt; und er warf sich auf die Erde nieder und betete an. Und er sprach: Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen; nackt werde ich wieder dahin gehen. Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; der Name des Herrn sei gelobt! Bei alledem sündigte Hiob nicht und verhielt sich nicht ungebührlich gegen Gott.“ (Hiob 1,20-22) Hiob blieb selbst nach dieser Horror-Meldung Gott in allem treu. In den folgenden Versen lesen wir, dass Satan vor dem Herrn tritt und die freie Hand bekommt, seine Gesundheit anzutasten. Denn Satan ist sich sicher, dass Hiob dann von Gott ablässt. Satan plagte Hiob mit bösen Geschwüren von den Füßen bis hin zum Kopf (Hiob 2,7). Selbst seine Frau spricht dann gegen Gott und fragt wann Hiob endlich von Gott ablässt. Doch Hiob bleibt treu! Später verlor er noch seine Freunde, die ihm mit Vorwürfen plagten, nachdem sie erst schwiegen. An dieser Stelle auch ein Schnitt, da es sonst zu lang für einer Zusammenfassung wird. Man sieht aber auch deutlich, dass Satan einen Menschen nicht nur „etwas“ schaden will. Nein, wenn dann komplett mit einen Schlag! Das Ende des Buches Hiob sagt folgendes:

Hiob 42,12-16 Und der Herr segnete das spätere Leben Hiobs mehr als sein früheres; er bekam 14 000 Schafe, 6 000 Kamele, 1 000 Joch Rinder und 1 000 Eselinnen. Er bekam auch sieben Söhne und drei Töchter. Und er gab der ersten den Namen Jemima, der zweiten den Namen Kezia und der dritten den Namen Keren-Happuch. Und es wurden im ganzen Land keine so schönen Frauen gefunden wie Hiobs Töchter; und ihr Vater gab ihnen ein Erbteil unter ihren Brüdern. Hiob aber lebte danach noch 140 Jahre und sah seine Kinder und Kindeskinder bis in das vierte Geschlecht.

Gott versucht nicht!

Wie ich eben bereits zusammen gefasst habe, versucht uns Gott nicht. Im Gegenteil, wie folgende Texte zeigen.

Jakobus 1,13-14 Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht auch niemand; sondern jeder einzelne wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde gereizt und gelockt wird.

oder hier, wo es über jene geht, die Jesus nicht nachfolgen…

Johannes 8,44 Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.

Gut uns Böse – Leben aus dem Geist oder dem Fleisch

Römer 8,5-7 Denn diejenigen, die gemäß [der Wesensart] des Fleisches sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht; diejenigen aber, die gemäß [der Wesensart] des Geistes sind, [trachten] nach dem, was dem Geist entspricht. Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist; denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht; und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn wirklich Gottes Geist in euch wohnt.

Ich hoffe mit diesem Exkurs eine neue Sichtweite auf das Thema zu zeigen. Das Buch Hiob kann dabei viel Trost und Hoffnung spenden.

[Übersicht Bibelfokus]

Bilderquelle: Marco Barnebeck (Telemarco) / pixelio.de


Wer schreibt hier

 Wer schreibt hier? Über den Autor

Bitte unterstützen Sie Hope-Mission. Hier finden Sie mehr Informationen. Danke!

Bisher wurde der Artikel 1.047 mal gelesen. Vielen Dank.
Abgelegt in:

Bibeltexte der Schlachter
Copyright © 2000 Genfer Bibelgestellschaft
Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Informationen zu Kommentare und Meinungen....