Aktualisiert am: 21. Februar 2018 * Lesezeit: ~ 9 Min.

06 – Du musst ins Heiligtum

Wenn man einen Beitrag über das Heiligtum schreibt, kommt es einen zunächst vor, als beschreibt man ein staubtrockenes Thema, aus längt vergessenen Zeiten. Und ja, die meisten haben dieses Thema tatsächlich vergessen oder verstehen die Notwendigkeit in der heutigen Zeit nicht. Ich wusste auch nicht viel darüber, bis ich mich genauer in einem Studium damit befasst habe.

das-heiligtum-die-stiftshuetteJeder muss ins Heiligtum

Wenn man sich mit dem Thema genauer befasst, ist das alles ganz aktuell. Denn der Weg Jesus ging ins Heiligtum, der Mensch muss ins Heiligtum und auch die Gemeinde Gottes muss ins Heiligtum. Kommt ein Mensch zu Christus und sieht den Charakter Gottes, geht er den Weg ins Heiligtum. Er muss seine Sünden bekennen und erhält Vergebung durch das Lamm Gottes Jesus Christus.

Römer 4,7-8 Glückselig sind die, deren Gesetzlosigkeiten vergeben und deren Sünden zugedeckt sind; glückselig ist der Mann, dem der Herr die Sünde nicht anrechnet!

Das HeiligtumSehen wir uns zunächst das Heiligtum an. Auf dem Bild rechts sehen wir eine schematische Darstellung des Heiligtum:

  • Der Vorhof. Hier befand sich der Brandopferaltar, dahinter ein Wasserbecken, bzw. Waschbecken wo sich die Priester gewaschen haben. Man könnte sagen, der Vorhof war der erste Dienst Jesu auf Erden, auf dem Weg zum Kreuz. Er war das Lamm, dass für alle Menschen starb.
  • Im Heiligtum. Ging man hinein, befand sich links ein 7-Armiger Leuchter, rechts gegenüber ein Schaubrottisch und ein Räucheraltar in der Mitte vor dem Vorhang der zum Allerheiligsten führte, wo sich…
  • …die Bundeslade befand.

Das Heiligtum war eine 1:1 Abbild des himmlischen Heiligtum, dass Mose im Auftrag Gottes gebaut hatte. Die komplette Beschreibung und Erklärung findet sich in 2.Mose 25-40.

Bedeutung der Symbole

Brandopferaltar: Tieropfer der Israeliten wurden geopfert, wenn sie gesündigt hatten. Dadurch geb es eine Vergebung der Sünden. Man ging also zum Brandopferaltar und opferte ein Lamm. Dabei legte man die Hand auf den Kopf des Tieres und bekannte seine Sünden. Danach musste das Tier geschächtet werden und das Tier starb symbolisch für die Sünden des Menschen. Der Priester nahm das Blut des Tieres und ging damit in das Heiligtum und spritzte das Blut an den Vorhang des Allerheiligsten. Der Sünder vertraute also den Priester, da er nicht sehen konnte, was der Priester im Heiligtum tat.

Waschbecken: Das Waschbecken war aus Bronze wie alles was im Vorhof stand. Der Priester hatte sich mit dem Wasser gereinigt. Die Symbolik dahinter führt wieder zu Jesus, als er am Kreuz starb und wieder auferstanden ist. Das ist das Symbol der Taufe. Durch untertauchen und aus dem (Wasser-) Grab auferstehen, wird man lt. Bibel getauft.

Johannes 11,25 Jesus spricht zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.

Das Heiligtum: durch einen Vorhang ging der Priester hinein ins Heiligtum, der Israelit musste also darauf Vertrauen, dass da alles „rechtmäßig abgelaufen ist“. Jesus ging ebenfalls ins Heiligtum als unser Opferlamm nach der Himmelfahrt. Im Himmel betrat der das himmlische Heiligtum und tut dort seinen Mittlerdienst für uns Menschen. Er ist dort der Hohepriester.

Hebräer 9,24 Denn nicht in ein mit Händen gemachtes Heiligtum, in eine Nachbildungdes wahrhaftigen, ist der Christus eingegangen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt für uns vor dem Angesicht Gottes zu erscheinen.

Wie kommen wir ins Heiligtum?  In das Heiligtum dürfen nur Priester hinein, anderen war der Zutritt nicht erlaubt. Eine wundervolle Botschaft lesen wir jedoch in 1.Petrus 2,9 „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.“ Das heißt, jeder Gläubige sollte ein (aktiver) Priester sein. Die Aufgabe des Priesters der damaligen Zeit war es, (1) den Menschen die heilige Schrift zu erklären und (2) das Blut zu Gott zu bringen. Seit der Kreuzigung ist die Aufgabe eines jeden Priesters, (1) das Evangelium den Menschen näher zu bringen und zu erklären, zu missionieren und (2) in der Fürbitte und im Gebet zum Nächsten für den anderen da zu sein und um Vergebung bitten.

7-Armiger-Leuchter7-Armiger Leuchter: Das einzige Licht im Heiligtum kam vom 7-Armigen Leuchter. Der war aus puren Gold mit Mandelblüten geschmückt. Damit der leuchtet, war ein besonderes Öl nötig. Hier haben wir drei wichtige Symbole:

  • Licht: Johannes 8,12 „Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“
  • Öl: Das ist der Heilige Geist. Denn in 1.Samuel 16,13 steht: „Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn (gemeint ist David) mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn kam über David, von diesem Tag an und weiterhin.“ Jeder erhält den Heiligen Geist, wer darum bittet. Die Bibel sagt weiter: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben versteht, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes (den Heiligen Geist) geben, die ihn bitten!“ (Matthäus 7,11)
  • Leuchter: Offenbarung 1,20 „…und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden.“ Das ist Gottes Gemeinde in verschiedenen Zeitepochen. Sie soll leuchten und Gottes Herrlichkeit verkünden und Menschen zu Christus bringen.

Räucheraltar: Zum erzeugen von Weihrauch, der den Vorhang hinauf steigt und ins Allerheiligste gelangt. Deshalb sagte Paulus auch, dass der Räucheraltar zum Allerheiligsten gehört. Es symbolisiert das Gebet, dass über Jesu (im Namen Jesu) direkt zu Gott geht.

Psalm 141,2 Lass mein Gebet wie Räucherwerk gelten vor dir.

Schaubrottisch: Ein vergoldeter Tisch auf dem zwei Stapel mit Broten lagen. Symbolisch ist Jesus das lebendige Brot.

Johannes 6,51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch – für das Leben der Welt.

Das Brot ist die geistige Nahrung, das Wort Gottes.

Matthäus 4,4 Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben (5. Mose 8,3): »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.«

Johannes 5,39 Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind’s, die von mir zeugen.

Der Schaubrottisch wird erleuchtet von dem Leuchter. Übersetzt, der Heilige Geist wird uns im Wort Gottes zur Wahrheit führen:

Johannes 16,13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten.

Johannes 17,17 Dein Wort ist die Wahrheit.

Die Bundeslade: Die Bundeslade stand hinter dem Vorhang. In ihr waren die Steintafeln der 10 Gebote und der Stab Arons und ein Krug mit Manna (Brot das für dem Volk Israel vom Himmel fiel). Gesehen hat sie nur der Hohepriester ein Mal im Jahr am großen Versöhnungstag (Jom Kippur). Es wurde Gericht gehalten, alle Sünden wurden ausgewaschen. Die Symbole: Die Gesetz-Tafeln sind der Charakter Gottes, das Manna das lebendige Brot des Lebens (Jesus Christus), der Stab hatte Mandelblüten (über Nacht getrieben) wie der Leuchter – der Heilige Geist. Es sind also der Vater, der Sohn und der Heilige Geist in der Bundeslade vereint. Diese Symbole finden wir im Heiligtum wie auch im Allerheiligsten.

Übertragen auf unser Leben heißt es, dass wir erst zum Gnadenthron kommen, wenn wir die Gebote Gottes in unser Herz haben, wenn Christus in uns lebt und wir vom Heiligen Geist erfüllt sind. Wenn sein Wesen in uns erkennbar ist.

Das Heiligtum und das KreuzParallele: das Kreuz und das Heiligtum

Jesus blutete am Kopf durch der Dornenkrone, an Händen, Füßen und der Seite. Übertragen auf dem Heiligtum ergibt sich folgendes:

Symbolische Reihenfolge für mein Leben

  1. Ich erkenne Christus in der Welt…
  2. … und bekenne meine Sünden und erhalte Vergebung durch das Lamm Gottes.
  3. Ich möchte Leben auch wenn ich sterbe. Das alte Leben muss gegen ein neues Leben „eingetauscht“ werden. Symbolisch steht die Taufe dafür, mit Christus neu anfangen zu können. Der alte Mensch bleibt im Grab (das Wasser steht hier symbolisch für die Erde). 2.Korinther 5,17 sagt: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!“
  4. Empfang des Heiligen Geistes.
  5. Priesterdienst, zum Throne Gottes kommen.

 Zum Nachdenken

Petrus sprach in seiner Pfingst-Predigt (Apg. 2,38) folgende Worte: „Da sprach Petrus zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden; so werdet ihr die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ Er hätte auch sagen können, „geht ins Heiligtum“:

  1. tut Buße – Brandopferaltar
  2. lasse dich taufen – das Wasserbecken
  3. den Heiligen Geist empfangen – der Leuchter

Praktisches in deinem Leben

  • Täglich morgens um den Heiligen Geist bitten der dich zur Wahrheit führt, Gott loben und danken.
  • Komm zum Kreuz und bitte um ein neues Herz.
  • Bete für richtige Worte und bete für deinen Nächsten (Fürbitte).
  • Studiere Gottes Wort, die Bibel.

Psalm 77,13 O Gott, dein Weg ist im Heiligtum

Anfangs habe ich auch die Gemeinde erwähnt. Dies wird der zweite Teil des Beitrags. „Die Zerstörung und Aufrichtung des Heiligtums„.

[Übersicht Bibelfokus]

Bild: die erste Grafik, Charles Taze Russell (1852-1916). Die Schematischen Grafiken, Hope-Mission.de


Wer schreibt hier

 Wer schreibt hier? Über den Autor

Bitte unterstützen Sie Hope-Mission. Hier finden Sie mehr Informationen. Danke!

Bisher wurde der Artikel 794 mal gelesen. Vielen Dank.
Abgelegt in:

Bibeltexte der Schlachter
Copyright © 2000 Genfer Bibelgestellschaft
Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung. Alle Rechte vorbehalten.

Informationen zu Kommentare und Meinungen....