Aktualisiert am: 21. Februar 2018 * Lesezeit: ~ 10 Min.

08 – Die Zerstörung und Aufrichtung des Heiligtums

Nachdem es im letzten Beitrag um das Heiligtum aus biblischer Sicht gegangen war, und welchen Weg Jesus ging und der Mensch gehen muss, geht es heute einmal um die letzten 2000 Jahre. Es wird eine geschichtliche Sicht auf den Dingen. Bibel und Geschichte harmonieren wieder einmal perfekt.

Das Heiligtum der letzten 2000 Jahre

Zu Beginn noch einmal zur Erinnerung des letzten Beitrags: Wenn ich mich am Heiligtum orientiere, werde ich nicht verloren gehen. Dabei kommt es auf die Bedeutung der einzelnen Symbole an.

Eingangstexte zum Thema

Psalm 74,7 Sie stecken dein Heiligtum in Brand, sie entweihen die Wohnung deines Namens bis auf den Grund!

Jeremia 10,20 Mein Zelt ist verwüstet, und alle meine Zeltstricke sind abgerissen; meine Kinder haben mich verlassen, sie sind nirgends mehr. Niemand schlägt mir mehr mein Zelt auf oder bringt meine Zeltbahnen an!

Jesaja 63,18 Nur kurze Zeit hat dein heiliges Volk es in Besitz gehabt; unsere Feinde haben dein Heiligtum zertreten. Wir sind geworden wie solche, über die du niemals geherrscht hast, über die dein heiliger Name nicht ausgerufen wurde.

Doch was bedeutet das? Was ist passiert? „Irgendjemand“ hat das Heiligtum zerstört! Jemand hat dafür gesorgt, dass die Menschen keine Orientierung mehr hatten und den richtigen Weg verloren haben. Jemand hat das wahre Heiligtum, dass inhaltlich die ein Zahnrad funktioniert, verwüstet. Der Schaubrottisch, das Wasserbecken, der Leuchter haben an Bedeutung verloren. Babylon hat schon immer gegen das Volk Gottes gekämpft, wie an mehreren Stellen zu lesen ist.

Wie hat sich die Kirche verändert?

Zerstörung des HeiligtumsDie erste organisierte Kirche war in Rom, die Rede ist vom Papsttum. Der erste Papst war nach Meinung der RKK der Apostel Petrus. Von all dem ist aber in der heiligen Schrift nichts zu lesen. Vom Papsttum wird aber in Daniel berichtet, dass es u.a. Zeiten und Gesetze ändert (mehr in Daniel 7). Was hat also das Papsttum mit den Heiligtum zu tun?

1 – Das Wasserbecken – Zeichen der Taufe. 254 n.Chr. wurde in der 4. Synode von Karthago erstmals offiziell festgelegt, dass auch Kinder getauft werden sollen. Es war der „Glaube“, dass alle Kinder getauft werden müssen, damit sie nicht in die Hölle kommen. Jedoch lehrt die Bibel ganz anders.

2 – Siebenarmiger-Leuchter – Zeichen für das Licht, den Heiligen Geist und Gottes Gemeinde – 590 n.Chr. Papst Gregor I hat beschlossen, dass der Papst der Stellvertreter Gottes auf Erden ist. Nur der Papst ist in der Lage die Bibel zu erklären und auszulegen. In der Hierarchie ging es nur bis zu den Priestern herunter, um die Bibel zu verstehen. Dabei sagte Jesus, er schickt uns den Heiligen Geist als Lehrer (oder Helfer). Nur er bringt uns zur Wahrheit.

3 – Die Bundeslade – Darin waren die Steintafeln der 10 Gebote, der Stab Arons und ein Krug mit Manna – der Charakter Gottes, das lebendige Brot des Lebens und der Heilige Geist. Es sind also der Vater, der Sohn und der Heilige Geist in der Bundeslade vereint. Auf dem Konzil von Orléans wurden 538 zwei Gebote geändert:

Das 2. Gebot (2. Mose 20,4): „Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch von dem, was in den Wassern, unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht!“ (Erklärung dazu später)

Außerdem wurde das 4. Gebot (2.Mose 20,8-11) geändert „Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn! Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun; weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und er ruhte am siebten Tag; darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.“

Es fing 321 n.Chr. mit Kaiser Konstantin an. Das ganze Römische Volk wurde Christianisiert. Da zu dieser Zeit ca. 75% der Menschen Heiden und nur 25% der Menschen Christen waren, war es einfacher den Sonntag als Ruhetag festzulegen, an den die Heiden wie auch die Babylonier und Ägypter den Sonnengott angebetet haben. Menschlich ist es nachvollziehbar, dass nicht die Mehrheit der Menschen, die Heiden, ihren Sonntag auf Samstag verlegen mussten. Aber viele, viele Christen protestierten! Selbst der Papst hatte bedenken, doch der Reiz das die ganze Nation „Christlich“ werden sollte, überwog. Wenn er also das Gebot ändert, würde er das ganze Reich bekommen. Später im Jahr 789 wurde es dann noch einmal durch Papst Hadrian I per Konzil von Laodizea festgelegt. Die Menschen wurden per Todeserlass genötigt, diesen Tag zu halten. Bis hin ins dunkle Mittelalter wurde es noch schlimmer! Viele Menschen mussten ihr Leben lassen…

Das 2. Gebot wurde also entfernt und das 10. Gebot wurde in zwei Teile zerlegt, damit man wieder 10. Gebote hat. Gebot 3-9 rutschen also alle eine Position nach vorne. Außerdem wurde das 4. Gebot (nun 3.) gekürzt und statt „Sabbat“, „Ruhetag“ verwendet, wobei Sabbat wortwörtlich Ruhetag bedeutet. Es fehlt nun aber der Zusammenhang zu Wochentag, ohne den integrierten Schöpfungsbericht.

4 – Räucheraltar – Zeichen für das Gebet, dass über Jesu direkt zu Gott geht. Papst Coelestin I  führte im Jahr 431 (im Konzil zu Ephesus) etwas Neues ein. Durch der (Zwangs-) Christianisierung gab es ein Problem. Die Leute waren immer noch Heiden und wussten nicht wie sie zu Gott durchdringen konnten. Sie kannten nicht die Bibel, wie auch. Aber sie waren es gewohnt zu Heiligen und Götter zu sprechen. Nun kommt der Grund, warum das zweite Gebot abgeschafft wurde. Die Heiligenverehrung kam in die Kirchen und nahm fortan einen ganz präsenten Platz ein. Für jedes Anliegen gab, und gibt es Heilige. Außerdem sollte man zu den Heiligen beten, „weil Gott zornig über die Sünden und Sünder ist“, und Maria (…) gnädiger.

So wurde beispielsweise die Fruchtbarkeits-Göttin Semiramis mit dem Kind auf dem Arm zu Maria mit Jesus auf dem Arm. Oder der griechische Gott Zeus wurde zu Petrus. Jesus hätte das nie gewollt. Doch es wurde den Menschen leichter gemacht. Nicht mehr Jesus war der alleinige Mittelpunkt, sondern neben ihn auch Maria, der Heilige Andreas, Petrus, …

5 – Schaubrottisch – Zeichen für Jesus, dass lebendige Brot (die heilige Schrift). Das Wort Gottes war verboten, Synode von Toulouse im Jahr 1229. Die Bibel gab es nur in Latein und nur für den Papst bis hin zum Bischof, Priestern. Das Volk durfte keine Bibel lesen und besitzen. Und wenn ein Mensch von Berufs wegen Latein lesen konnte, durfte er erst recht keine Bibel besitzen. Darauf stand die Todesstrafe! Wie ist ein Wachstum möglich, ohne die Bibel zu studieren?

6 – Brandopferaltar – Jesus Christus starb für die Sünden des Menschen. Papst Gregor IX führte 1240 den Ablass und die Selbstkasteiung ein. Denn das Papsttum sagte, dass der Mensch etwas für seiner Erlösung tun, bzw. auch zahlen muss. Ob Ablasshandel oder Maria-Gebet, tragen des Holzkreuzes um das Dorf. Damit sollte der Aufenthalt im Fegefeuer verringert werden.

Diese Punkte zeigen eindeutig: Das Heiligtum war völlig zerstört, Wahrheiten wurden komplett vernichtet!

Das Heiligtum wird wieder aufgerichtet

Gott sei Dank war das nicht das Ende. Gott hatte einen Plan. Und so kam es zu einer Revolution. In den folgenden Jahrhunderten wurde das Heiligtum wieder nach und nach aufgerichtet. Denn es gab immer Männer und Frauen die das Wort bewahrt hatten.

1 – Schaubrottisch – Lollarden (daraus entstand die Anglikanische Kirche) – John Wycliff – 14. Jhd.

John Wycliff warnte die Menschen vor den Bettelmönchen und übersetzte der Bibel ins englische. Nun konnten die Menschen die Bibel im englischsprachigen Raum lesen.

2 – Brandopferaltar – Evangelische Kirche – Martin Luther – 15./16. Jhd.

80 von 95 Thesen gegen den Ablass, schrieb Luther an die Kirchentür. Er stellte damit u.a. fest, dass Jesus für unsere Sünden starb und niemand für Sündenvergebung zahlen muss. Außerdem übersetzte er die Bibel ins deutsche.

3 – Räucheraltar – Presbyterianer – Johannes Calvin 16. Jhd.

Johannes Calvin stellte das Gebet wieder her. Denn es gab und gibt auch heute unzählige Heilige für jeden Anlass, den man sein Gebet bringen konnte und der einen Beschützten sollte. Es gibt Heilige für die Feuerwehr, Wetter, für Internet und Medien. Einen Heiligen Christophorus als Nothelfer gegen einen unvorbereiteten Tod. Er ist Patron der Seeleute, Reisenden, Lastträger, Kraftfahrer, Luftschiffer und Straßenwärter. Es gibt einen Blasiussegen, damit man sich beispielsweise 1 Jahr nicht an einer Fischgräte ersticken kann. Sollte es dennoch passieren, „hat der Betreffende falsch gebetet“…

Johannes Calvin stellte klar, dass es nur einen Weg zu Gott gibt und man keine Heiligenverehrung braucht. Jeder kann direkt Gott, bzw. Jesus anbeten. Wir haben einen Mittler: Jesus Christus.

4 – Das Wasserbecken – Baptisten – John Smith – 17 Jhd.

Die Kindertaufe und Taufen ohne Zustimmung des betreffenden sollten ein Ende haben. Denn es war sogar erlaubt, dass man einen Menschen mit anderer Religion ohne Zustimmung taufte und er danach Christ war. Doch die Taufe muss aus freien Willen entstehen.

5 – Siebenarmiger-Leuchter – Methodisten – John Wesley 18. Jhd.Das Heiligtum wird wieder aufgerichtet

John Wesley, der Gründer der Methodisten, sagte „der Heilige Geist ist unser Lehrer“. Nachdem das Papsttum für sich allein Beanspruchte die Botschaft lehren zu können, richtete John Wesley auch diesen Punkt wieder auf. Jeder ist ein Priester und Missionar und jeder von uns kann (und soll) das Wort weiter geben, wenn wir unter den Heiligen Geist stehen – so die Methodisten. Dafür braucht es keinen Papst.

6 – Die Bundeslade – Adventisten – Alle vereinigt aus der Miller-Bewegung heraus – 19 Jhd.

Die 10. Gebote wurden wieder aufgerichtet in ihrer Vollständigkeit.

Und so taten alle Reformationen zwischen den 14-19. Jhd. ihren Teil dazu bei, dass Heiligtum wieder zu errichten in voller Herrlichkeit. Jeder der das Heiligtum studiert, erkennt den Weg. Nebenbei gesagt: alle Reformatoren sagten, der Papst ist der Antichrist, so wie es die Bibel beschrieben und vorhergesagt hatte.

Psalm 78,5-7 Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob und ein Gesetz gegeben in Israel; und er gebot unseren Vätern, es ihren Kindern zu verkünden, damit das spätere Geschlecht es wisse, die Kinder, die noch geboren werden sollten, damit auch sie aufständen und es ihren Kindern erzählten; damit diese auf Gott ihr Vertrauen setzten und die Taten Gottes nicht vergäßen und seine Gebote befolgten.

[Übersicht Bibelfokus]

Bild: Bild, oben: Pixabay. Die Schematischen Grafiken, Hope-Mission.de


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